Entrepreneurial Year

Wheel of Life – Oder “wie gut geht’s mir eigentlich?”

Die Zeit vergeht wie im Flug. In einem halben Jahr ist schon wieder Weihnachten und im zweiten “Entrepreneurial Year” schreiben wir bereits die 8. Woche. Es scheint als rasen Raum und Zeit an uns vorbei, gerade weil wieder viel ansteht: Aufträge für die Erstellung von Websites (Novopage), Beratungsmandate (Designfarm) sowie die Weiterarbeit an und Neukonzeptionierung von Vibraa. Grund genug, neben der Vielzahl an Projekten auch mal einen Blick auf das Projekt “Mein Leben” zu werfen. Es folgt eine Reflexion über “wie gut geht’s mir eigentlich?”.

Wirklich beklagen kann ich mich ja nicht. Die vergangenen Monate waren immens spannend, lehrreich und auf so vielfältigen Ebenen bereichernd. Man denke an die Flexibilität von “digitalen Nomaden” mal spontan nach München zu fahren, einen Sonntag auch am Mittwoch zu machen oder die Joggingschuhe mal mitten am Nachmittag anzuziehen. Der Lifestyle ist, man kann’s nicht anders sagen, geil – aber auch nicht ohne Schattenseiten. Man pusht, versucht, probiert, und weiss nie wirklich ob’s gut kommt, ob’s stimmt oder der gewünschte Erfolg erzielt wird. Die grosse unternehmerische Freiheit, gepaart mit der ebenso grossen unternehmerischen Unsicherheit ist eine echte Herausforderung.

Aber haben’s andere wirklich leichter? Schöner? Besser?

Wie wiegt man ab? Zum Beispiel zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer? Entscheidungsfreiheit versus Hierarchien? Frühstück um 8h vs. Meeting um 8h? Ein unbekanntes Startup-Logo versus ein vertrauenswürdiges Konzern-Logo? Joggen am Nachmittag versus fixer Monatslohn?

Fragen über Fragen. Und man kriegt wohl weder als Angestellter noch als Entrepreneur alles (jeden Lebensaspekt) zu 100% unter einen Hut. Auch wir nicht. Weil auch unser Tag nur 24h hat, die auf verschiedene Speichen unseres „Lebensrads“ verteilt werden können.

Wie sieht also ein Rad bei einem Unternehmer aus? Das möchte ich im nachfolgenden persönlichen “Wheel of Life” zeigen. Das ist nicht richtig oder falsch, nicht allumfassend oder trennscharf. Vielmehr ist es eine Momentaufnahme, eine Art Modell oder Übersicht über einflussreiche Bereiche zur Beantwortung der Frage “Wie gut geht’s mir eigentlich?”.

Hier ist mein persönliches Wheel of Life vom 24. Juni 2014. Die Grafik zeigt das “Rad”, der Text erörtert in Stichworten die gewählte Ausprägung der “Speiche” (z.B. 8/10):

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(8/10) Fun & Recreation: Freizeit, Hobbies, Passion, Erholung
Work hard, play hard. Reisen. Freizeit. Klavierspielen. Brunchen. Wandern. Abschalten. Den Task doch noch fertig machen. Die IMdb Top 250 Filmliste “abarbeiten”. Ein Buch lesen. Blog’s durchstöbern. TED Talks schauen. Guten Espresso trinken. Joggen.

(5/10) Love & Romance: Intimität, Romantik, Partner, Kommunikation, Sex, Liebe
Wochenendbeziehung. Quality time. Manchmal kürzer, manchmal länger. Wertschätzung. Skype. Planung vs. Spontaneität. Zeit zu zweit. Getrennt. Wieder zusammen. Ferien. Vorfreude.

(9/10) Family & Friends: Beziehungen, Zeit, Unterstützung, Community
Arbeiten und Leben bei Familie und Freunden. Sich Zeit nehmen. Gemeinsam Kochen. Austausch. Bei Grosi auf einen Kaffee. Couch-crashen. Auf ein Bier. Wandern. Weiterreisen. Kontakte pflegen. Reden. Zuhören. Auf dem Laufenden bleiben.

(9/10) Personal Growth: Ausbildung, Lernen, Lesen, Aufmerksamkeit, Verbundenheit, Weiterkommen
Neue Aufgaben. „Reinfuchsen“. Mühsam aber lehrreich. Keine Ahnung von gar nichts, aber schnell lernen. Mehr. Diversität. Steile Lernkurve. Stay hungry, stay foolish.

(9/10) Health & Wellbeing: Essen, Fitness, Schlaf, Entspannung, Gefühlswelt
Du bist was Du isst. Qualität. 7h Schlaf. Work-life-balance. Joggen. Klimmzüge. Fitness First. Täglich Mittagschlaf. Erholen. Weitermachen.

(7/10) Financial Security: Einkommen, Erspartes, Investments, Budget
Neugeschäfte. Es reicht noch nicht ganz zum Leben. Aber bald. Erspartes. Niedrige Fixkosten. Lean. Projekt- und Produktgeschäfte.

(10/10) Career & Work: Karriere, Richtung, Sinn, Performance
Selbstwirksamkeit. Entscheiden. Einfach mal machen. Worte und Taten. Erfolg. Misserfolg. Lernen. Weitermachen. Harte Arbeit. Bis spät in die Nacht. Weiterkommen. To Do’s abhaken. Love what you do and you don’t have to work a single day in your life again.

(8/10) Physical Environment: Zuhause, Transport, Mobilität
GA. Bahncard50. Hotel Mama. On-the-go. Unterwegs zu Hause. Mobil. Büro = Mac + Internet. Homebase. Digitaler Nomade. Neue Welten. Minimal. Living with less.

Mmh, etwa so sieht mein aktuelles Lebensrad am heutigen 24. Juni aus. Und ich bin über alle Speichen gesehen echt happy (Schnitt 8.1/10), wenngleich ich in Zukunft mehr an “Love & Romance” arbeiten möchte. Und genau darum geht’s. Das Wheel of Life regt zum Denken an, lässt einem über die vergangene Zeit reflektieren und eröffnet die persönliche Diskussion über das Setzen von zukünftigen Prioritäten.

In Analogie zum “sich drehenden Rad” kann man, über einen längeren Zeitraum betrachtet, nur wachsen, wenn die Lebensbereiche (Speichen) im Grossen und Ganzen ausgewogen verteilt sind und das Rad entsprechend “rund” läuft. Ein zu langes exzessives Priorisieren einzelner Speichen (z.B. Karriere, zu Lasten von Health & Wellbeing) führt im persönlichen Rad schnell zu “Dellen” und womöglich bald zur Radpanne. Um es nicht soweit kommen zu lassen, liegt in der wiederholten Anwendung (Reflexion) und Anpassung des Wheel of Life der grösste Wert, weil sich das Lebensrad nur dreht, wenn wir in die Speichen greifen (zit. Paul Schibler, 1930)

Neugierig, wie’s bei Dir ausschaut? Versuch’s gleich selbst:

Wheel of Life (PDF, 82kb)

Skizziere noch heute Dein persönliches Lebensrad als Momentaufnahme, und versuche herauszuspühren, wieso Du mit einzelnen Speichen mehr oder weniger zufrieden bist. Setze Dir einen Schwerpunkt, welchem Du in naher Zukunft mehr Zeit schenken möchtest und mach Dir in Deinem Kalender in einem halben Jahr einen „Wheel of Life nochmal machen“-Termin. Ich mach’s genauso und melde mich am 24. Dezember 2014 mit einem Update – denn die Zeit vergeht wie im Flug…

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