Entrepreneurial Year

Winning!

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Erfolg ist eine komische Sache. Wir alle arbeiten hart, um erfolgreich zu sein – privat und beruflich. Wir alle glauben, dass wir uns Erfolg erarbeiten können. Stimmt das überhaupt? Teilweise. Weil Erfolg sehr ungeplant entstehen kann und oftmals gar nicht (nur) in unserer Hand liegt.

Am Wochenende feierten wir den erfolgreichen Abschluss unseres Masterstudiums an der HSG. Darauf haben wir viele Semester hingearbeitet. Wir haben uns den Mastertitel wortwörtlich erarbeitet. Das kann man als Eigenleistung und persönlichen Erfolg bezeichnen. Blickt man aber auf die wirklich prägenden, entscheidenden Ereignisse auf diesem Weg zurück, drängt sich der Gedanke auf, dass das eigene Tun zwar eine Art Grundlage darstellte, jedoch wenig Einfluss auf die Ereignisse selbst hatte. Es waren vielmehr andere Menschen, die mithalfen die Weichen zum erfolgreichen Abschluss des Studiums zu stellen. Erst die Unterstützung durch unsere Kommilitonen, die Familie und Verwandtschaft, die Dozenten und Mentoren, usw. ermöglichte es uns, den für uns richtigen Weg einzuschlagen und das Studium erfolgreich zu absolvieren. Bestehende und neu entstandene Beziehungen befähigten uns zum Erfolg, denn aus diesen ergaben sich – oft sehr zufällig und ungeplant – die notwendigen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten.

Aus diesem Blickwinkel ist der persönliche Erfolg eines bestandenen Studiums gar nicht mehr so persönlich. Er muss auch vielen anderen Personen zugerechnet werden. Ein Mathematiker würde sagen: Das eigene, zielgerichtete Tun ist das notwendige, nicht aber das hinreichende Kriterium für den Erfolg.

Und das spüren wir momentan auch beim Startup Vibraa. Vor einigen Wochen schlossen wir die Produktionsphase ab und wechselten in die Promotionsphase. In der Produktion entstand sowohl der Vibraa Store, als auch der Vibraa Guide und in dieser Phase lag das Ergebnis (bzw. der Erfolg) der Arbeit fast ausschließlich in unseren Händen. Unser Input führte zu einem direkt zurechenbaren Output. Damit erfüllten wir das notwendige Kriterium: Man kann sich bei Vibraa stilvoll und ansprechend über Sex Toys informieren, sich inspirieren lassen und direkt einkaufen.

In der Promotionsphase liegt der Fokus auf dem hinreichenden Kriterium für den Erfolg der Geschäftsidee: Es geht darum das Startup zu bewerben, Reichweite zu schaffen und potentielle Kunden von unserem Angebot zu überzeugen. Kurzum, es geht darum Menschen zu erreichen und Beziehungen aufzubauen. Und dabei merken wir, dass diese Promotions-Ziele nicht (mehr nur) in unserer Hand liegen. So können wir beispielsweise durch kreative Werbeaktionen (Vibraa Vergleich, Wahlkampf) wohl einen Input leisten, über den Output – d.h. die Anzahl der Leute, die wir damit erreichen – entscheiden aber andere.

Speziell in Social Media, wo man als Unternehmen virale Effekte erzielen möchte, zeigt sich diese Abhängigkeit: Inhalte lassen sich – vor allem am Anfang – fast nur über den eigenen Freundeskreis verbreiten. Ob ein Freund die Inhalte weiterteilt liegt aber alleine in seinem Ermessen. Als Unternehmer kann man damit bloß die Qualität der Inhalte steuern. In wie weit sie vom Umfeld als teilbar wahrgenommen werden und ob sie das unmittelbare Beziehungsgeflecht durch Weiterempfehlungen verlassen, ist nicht oder nur sehr begrenzt steuerbar. Angewendet auf die Frühphase eines Startups, wo die finanziellen Ressourcen begrenzt sind und man auf die Unterstützung durch Kunden, Partner und Freunde zählt, hat das unmittelbare Beziehungsnetz einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens.

Die beiden Beispiele Studium und Startup lassen auf ein mögliches Prinzip schließen: Erfolg ist aufgrund der vielen Abhängigkeiten von anderen nur begrenzt plan- und erarbeitbar. Wir sind alle (nur) Teil eines großen Ganzen. Erfolg entsteht im System. Oder wie der Mathematiker wohl sagen würde:

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Was heißt das für Dich? Erstens, für das eigene Tun bist Du selbst verantwortlich. Zweitens, die Effekte, die Du in Deinem Beziehungsnetz erzielst, kannst Du nicht mehr direkt beeinflussen.

Die einzig echte Steuerungsvariable liegt im zielgerichteten eigenen Tun – oder in der Frage “Hab ich alles gegeben?” (Erstens). Und dann kommt gleich das „Aber“. Selbst wenn Du alles gibst, kann der ersehnte Erfolg doch ausbleiben (Zweitens). Es geht eben um Beziehungen. Um’s System. Denn nur mit der geeigneten Resonanz in Deinem Umfeld wirst Du Deine Ziele erreichen können. Und das bedeutet, dass Du Erfolg nie nur Dir selbst zurechnen darfst. Team work makes the dream work. Winning?

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