Entrepreneurial Year

Wissen ist Macht – aber ich weiß, dass ich nicht weiß

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Ich weiß nicht. Wohlgemerkt, nach 6 Primar- und 2 Sekundarschuljahren, 4 Jahren Gymnasium und knapp 6 Jahren Uni. 18 Jahre lang habe ich Französisch-Vokabeln gebüffelt, Matheformeln (leider nur) auswendig gelernt (und nicht verstanden), mich in Kunstgeschichte, Nachfragekurven und Management-Modellen vertieft. Und alles nur weil mein Opa mir seit der Primarschule stets vorsagte: “Wissen ist Macht”. Und jetzt weiß ich doch nichts? Da steh ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor?

Nicht ganz.

Manch erlerntes Wissen war wirklich hilfreich. So konnte ich mich im Militär in Fribourg mit Kameraden aus der Romandie unterhalten oder das Maximum einer Nachfragekurve in “Mathematik für Ökonomen” berechnen. Aber welches Wissen ist nun „mächtig“? Wissen über Kernphysik? Prozentrechnung? Glück? Die Länderhauptstädte Deutschlands? Das Paarungsverhalten von Eidechsen? Oder doch wie man einen Palstek-Knoten hinbekommt?

Relevantes Wissen ist situativ und oft schwer zu identifizieren. Hierin liegt die Crux. In unserer Wissensgesellschaft ist das “Was-ich-alles-wissen-könnte” (und sollte?) überwältigend – auch wenn unser Gehirn theoretisch Kapazität für 150 Jahre Dauer-Lernen hätte. Daher gilt – bevor man anfängt um des Lernens Willen zu lernen – innehalten, selektieren und priorisieren. Der richtige Fokus ist entscheidend. Welches Wissen soll ich mir aneignen und warum?

Aber, selbst wenn ich mir die Themen sehr genau auswähle: Kaum kratze ich an der Oberfläche eines neuen Wissens-Bereich, werden mir dessen Größe, Verwirrungen und die darin enthaltenen neuen Fragen erst wirklich bewusst. Kaum sind die ersten Fragen geklärt, tun sich unwahrscheinlich viele Neue auf. Und mir dämmert’s: Weiß ich bloß, dass ich nicht weiß?

“Das ist nichts Neues!”, ruft Platon, “das wusste ich bereits vor knapp 2’500 Jahren.” Schön und gut. Aber wo ist der Punkt? Was kann ich tun dagegen?

Wieso nicht einfach die Frage umkehren? Aus unternehmerischer Perspektive ist die Frage “Was weiß ich nicht?” nämlich mindestens genau so bedeutend wie “Was weiß ich?”. Es geht um das Bewusstwerden des Nichtwissens. Zu wissen was man nicht weiß ist match-entscheidend, denn im heutigen marktwirtschaftlichen Wettbewerb, so scheint es, gewinnt zusehends derjenige, der Wissen besser und schneller organisiert. Darum haben wir uns selbst gefragt: Was wissen wir (nicht) (sollten aber evtl.)?

 

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Heraus kam (typisch BWLer) ein Diagramm, das sich gleichwohl für Gruppen wie Individuen eignet (und natürlich ist die Grafik, wie üblich in Statistik, gefälscht und zeigt nur was wir ohnehin von Beginn weg zeigen wollten). Now serious again: Auf dem Weg zum bewussten Nichtwissen lohnt es sich über folgende Fragen ausgiebig zu sinnieren und Klarheit zu gewinnen:

  1. Welches Wissen wird dringend benötigt? Welches ist wichtig? Welches nice to have?
  2. Was weiß ich?
  3. Was weiß ich nicht?

Und der wichtigste Schritt nach diesem 3-Step-Brainstorming kommt jetzt: Den entsprechenden Einsichten müssen Taten folgen. Als Beispiel für unser (jetzt) bewusstes Nichtwissen: Wir suchen derzeit händeringend nach einer/m talentierten Texter/in.

Und jetzt zu Dir. Weißt Du Bescheid? Zum Beispiel über Sex und Toys? (Halt. Jetzt “innehalten, selektieren und priorisieren”: “Will ich das überhaupt wissen?”). Ja? Dann wirf mal einen Blick auf unser neues Baby, den brandneuen Vibraa Guide – Wissen ist Macht. Und dieses Wissen macht Spaß.

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